Himbeeren: ein- und zweimal tragende Sorten richtig schneiden
Himbeeren gehören zu den beliebtesten Beerensträuchern im Garten, doch viele Hobbygärtner unterschätzen, dass es zwei grundlegend verschiedene Sortengruppen gibt: einmal tragende und zweimal tragende Himbeeren. Der entscheidende Unterschied liegt in der Anzahl der Früchte pro Jahr und im Wuchsverhalten der Ruten. Während einmal tragende Sorten nur an zweijährigen Ruten im Sommer ernten lassen, bilden zweimal tragende Sorten im Herbst an einjährigen Ruten Früchte und im darauffolgenden Sommer an denselben Ruten nochmals eine kleinere Ernte. Diese Biologie hat direkte Folgen für den Schnitt, denn wer beide Gruppen gleich behandelt, verliert entweder die Herbst- oder die Sommertracht.
Bei einmal tragenden Himbeeren ist der Rückschnitt im ersten Jahr vergleichsweise einfach: Die neu gewachsenen Ruten werden nicht sofort entfernt, sondern bleiben stehen und tragen im nächsten Jahr. Erst nach der Ernte schneidet man die abgetragenen, zweijährigen Ruten bodennah ab. Zweimal tragende Sorten dagegen können im ersten Jahr bereits im Herbst Früchte liefern, weshalb viele Gärtner sie im Spätwinter komplett zurückschneiden. Wer jedoch eine zusätzliche Sommerernte möchte, darf die Ruten nicht vollständig entfernen, sondern lässt sie bis nach der zweiten Ernte stehen. Genau diese Unterscheidung wird häufig übersehen, obwohl sie über den Ertrag entscheidet. Wer unsicher ist, wie der Schnitt im Detail aussehen muss, findet unter kaiserschnitt-goettingen.de eine anschauliche Anleitung, die beide Sortengruppen getrennt behandelt.
Ein weiterer Aspekt ist der Zeitpunkt des Rückschnitts. Einmal tragende Himbeeren werden traditionell nach der Ernte im Juli oder August geschnitten, damit die jungen Ruten bis zum Winter ausreichend ausreifen können. Zweimal tragende Sorten schneidet man dagegen entweder im Spätwinter komplett zurück, wenn man nur die Herbsttracht nutzen will, oder man entfernt nach der Herbsternte nur die abgetragenen Spitzen und lässt den unteren Teil der Rute für die Sommerernte stehen. Diese zweite Variante erfordert mehr Fingerspitzengefühl, weil die Pflanze zwei Jahre lang dieselbe Rute belastet. Wer falsch schneidet, schwächt die Pflanze und reduziert die Ernte im Folgejahr deutlich.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Unterschied im Schnitt nicht willkürlich ist, sondern direkt aus der Fruchtbiologie der Sorten folgt. Einmal tragende Himbeeren brauchen einen klaren zweijährigen Zyklus, zweimal tragende Sorten bieten mehr Flexibilität, verlangen aber eine bewusste Entscheidung zwischen Herbst- und Sommerernte. Wer diese Grundregeln beachtet, wird mit gesunden Ruten und reicher Ernte belohnt.