Rosen im Spätsommer: der zweite Schnitt entscheidet über die Blüte
Viele Hobbygärtner schneiden ihre Rosen im Frühjahr kräftig zurück und kümmern sich danach kaum noch um die Schere. Genau das rächt sich im Spätsommer. Wer jetzt nur den Wildwuchs entfernt oder verblühte Triebe einfach in Ruhe lässt, nimmt der Pflanze die Chance, vor dem Winter noch Reserven anzulegen. Der zweite Schnitt ist kein kosmetischer Eingriff, sondern eine Investition in die Blüte des nächsten Jahres.
Zwischen Ende August und Mitte September entscheidet sich, wie vital die Rose in die kalte Jahreszeit geht. Ein sauberer Rückschnitt verhindert, dass die Pflanze Kraft in die Bildung von Hagebutten steckt, die ohnehin nicht mehr ausreifen. Gleichzeitig regt er die Bildung kräftiger Seitentriebe an, die im Frühjahr die ersten Blüten tragen. Wer jetzt verblühte Rosen richtig ausputzen möchte, sollte den Schnitt nicht wahllos ansetzen, sondern auf die Augen achten, aus denen die neuen Triebe austreiben.
Der richtige Ansatzpunkt liegt immer knapp über einem nach außen weisenden Auge. Ein Schnitt oberhalb eines nach innen gerichteten Auges führt dazu, dass sich die Triebe gegenseitig bedrängen und die Krone von innen verkahlt. Bei öfter blühenden Sorten wie Beet- oder Strauchrosen kann der Rückschnitt etwas großzügiger ausfallen, bei einmal blühenden Sorten genügt es, erfrorene oder kranke Triebe zu entfernen. Wichtig ist ein scharfes, sauberes Werkzeug, denn ausgefranste Schnittstellen sind Eintrittspforten für Pilze.
Wer den zweiten Schnitt konsequent durchführt, belohnt die Rose mit einem kräftigen Austrieb im Frühjahr und einer deutlich reicheren Blüte. Zusätzlich sollte man ab September auf stickstoffhaltige Dünger verzichten, damit die Triebe vor dem ersten Frost ausreifen können. Eine Mulchschicht aus Laub oder Kompost schützt den Wurzelbereich, ohne die Pflanze zu neuen, frostgefährdeten Austrieben anzuregen. Der Spätsommer ist damit die unterschätzte Phase im Rosenjahr, in der sich zeigt, ob der Garten im nächsten Juni in voller Blüte steht.